Trinkwasser im Urlaub: Ohne Bedenken aus dem Kran trinken

“Einmal Kraneberger, bitte!” Sauberes Trinkwasser aus der Leitung zapfen – was bei uns in Deutschland ganz selbstverständlich ist, ist nicht überall auf der Welt gang und gäbe. Es gibt noch immer unzählige Länder, in denen wasserbürtige Krankheiten im Umlauf sind und Menschen stundenlang zum nächsten Brunnen laufen müssen um an sauberes Trinkwasser zu kommen.
Selbst bei unseren Nachbarn in Frankreich, wo die Leitungswasserqualität hervorragend ist, sind die Wasserleitungssysteme oftmals so schlecht gewartet, dass es davon abzuraten ist Wasser aus dem Hahn zu trinken. Der nächste Urlaub mit eurem Dopper im Gepäck ist bereits geplant? Informiert euch schon jetzt über die Trinkwasserqualität an eurem Urlaubsort um unschöne Überraschungen zu meiden. Wir haben für euch die interessantesten Fakten und praktische Tipps zusammengestellt.

BAKTERIENCOCKTAIL DURCH KRANKHEITSERREGER

Was kann es erfrischenderes geben als ein Schluck glasklares Quellwasser während einer Wanderung durch die atemberaubenden Naturlandschaft in Kanada? Aber halt, vorsicht vor dem Biberfieber! Und damit ist nicht etwa der Kanadische Superstar gemeint, sondern eine gefährliche durch Geißeltierchen ausgelöste Darmerkrankung. Die Erreger gelangen oftmals durch Biberkot ins Quellwasser und diese Art von Biberfieber ist sicher kein Vergnügen.

Der noch so saubere Anschein von Wasser kann also ganz schön trügen. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind 80% aller Reiseerkrankungen auf unsauberes Wasser zurückzuführen. Das Wasser, was bei uns in Deutschland aus dem Kran kommt, zählt dank unserer Trinkwasserverordnung zu den am besten und häufigsten kontrollierten Lebensmitteln. Nicht umsonst zählt unsere Trinkwasserverordnung sage und schreibe 55 Parameter. Außerdem verfügen wir in Deutschland über ein gut erhaltenes und unterhaltenes Wasserleitungssystem. Das ist im Ausland nicht immer der Fall. Ist beispielsweise der Druck der Wasserleitungen nicht hoch genug, kann es passieren dass Wasser zum Stillstand kommt und sich in den Leitungen Bakterien absetzen. Die Folge: ein Urlaub, den man länger auf der Toilette als am Strand verbringt. Gerade bei ernsthaften Infektionen wie Cholera oder Hepatitis A hört der Spaß auf. Manchmal ist das Wasser auch durch Schadstoffe wie Bleiablagerungen, Pestizide oder andere Chemikalien verunreinigt – und diese sind nicht mit dem bloßen Auge sichtbar.

WASSER MIT BITTEREM BEIGESCHMACK

In Europa sollte Leitungswasser sauber sein, jedoch gilt auch hier: better safe than sorry.
In einigen Ländern, wie beispielsweise Spanien, ist die Wasserqualität je nach Region unterschiedlich. Häufig wird das saubere Wasser mit Chlor gereinigt, wodurch es einen unschönen Chlorgeschmack bekommt. Dies ist ungeniessbar, aber nicht weiter schlimm da die Konzentration sehr gering ist. Den Chlorgeschmack werdet ihr los indem ihr einfach einen Spritzer Zitrone ins Wasser gebt und dieses eine halbe Stunde stehen lasst.

VORSICHT GEBOTEN MIT EISWÜRFELN

Ist das Trinkwasser in einem Land nicht sauber, so solltet ihr auch daran denken keine Eiswürfel, kein rohes Gemüse und kein Obst, das in Trinkwasser gewaschen wurde, zu konsumieren.
Auf der Seite waterabroad.com konnt ihr ganz einfach selbst checken in welchen der 193 Länder auf der Erde das Trinkwasser sauber und genießbar ist. Auch bekommt ihr hilfreiche Ratschläge was ihr tun könnt sollte das Wasser nicht zum Trinken geeignet sein. Gerade ausserhalb Europa ist Leitungswasser oftmals mit Vorsicht zu geniessen, aber es gibt auch einige Länder wie beispielsweise die USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Singapur und Curaçao, in denen ihr euer Wasser bedenkenlos aus der Leitung zapfen könnt.

Auch auf der Seite vom Auswärtigen Amt findet ihr ausreichend Informationen über die Wasserqualität in anderen Ländern.  
Ihr könnt übrigens Wasser auch einfach selbst aufkochen, sodass die Bakterien abgetötet werden. Wichtig ist, dass das Wasser mindestens 3 Minuten lang gut durchgekocht wird. Danach könnt ihr das Wasser in einer sauberen Flasche oder Karaffe bewahren. Es hält sich bis zu zwei Tage.

TRINKWASSER IST NICHT GLEICH TRINKWASSER  

Auch wenn alle Einheimischen das Wasser aus der Leitung trinken bedeutet das leider nicht, dass auch unsere Deutschen Mägen dieses Wasser ebenfalls gut vertragen. Unsere Mägen sind nämlich ganz andere Bakterienkulturen gewöhnt.
Und wie bereits zu Anfang gesagt: auch das Trinken aus Bächen, Flüssen oder Seen ist nicht ganz ungefährlich. Das Wasser kann noch so kristallklar aussehen, obwohl 300m flussaufwärts verschmutztes Wasser aus einem Abwasserkanal dazu fließt.

Gefiltertes Wasser oder Mineralwasser aus dem Supermarkt ist in den meisten Ländern die beste Option. Am besten kauft ihr direkt nach Ankunft ein paar Liter Wasser auf Vorrat. So müsst ihr nur ein mal schwer schleppen und produziert auch noch weniger Plastikabfall. Für unterwegs könnt ihr euch nämlich einfach etwas Wasser in eine kompaktere Flasche wie euren praktischen Dopper abfüllen. Der perfekte Travel Buddy, der euch zu jeder Zeit mit frischem, sauberem Wasser versorgt 🙂

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