Wasserschlacht: Pfand- vs. Trinkflaschen

Wasserschlacht: Pfand- vs. Trinkflaschen

Es gibt sie in unterschiedlichstenen Grössen, Farben und Formen – die Wasserflasche! Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Einweg-Pfandflasche, einer Mehrweg-Pfandflasche und einer Trinkflasche? Was passiert mit einer Pfandflasche, nachdem man sie in den Pfandautomaten geworfen hat? Und können die Flaschen einander umwelttechnisch das Wasser reichen? Wir haben uns durch den Flaschen-Dschungel gekämpft und die wichtigsten Informationen für euch zusammengefasst. 

Runde 1: Wasserflaschen-Kreislaufsystem

Wenn ihr durch den Supermarkt lauft, um Wasser zu kaufen, habt ihr meist die Wahl zwischen einer Einweg-Pfandflasche oder einer Mehrweg-Pfandflasche. Der Unterschied? Wie der Name schon erahnen lässt, wird die Einwegflasche lediglich ein einziges mal befüllt, während eine Mehrwegflasche bis zu 25 mal wiederverwendet werden kann. Auch die Höhe des Pfandes ist unterschiedlich: eine Mehrwegflasche kostet 15 Cent, eine Einwegflasche 25 Cent Pfand.
Einwegflaschen werden im Leergutautomaten zu einem Ballen gepresst und später mit allen anderen Flaschen zu einer Recyclinganlage geliefert,  wo sie zu “Flakes” geschreddert werden und zu Fasern, Folien oder neuen Flaschen verarbeitet oder ins Ausland verkauft werden.
Mehrwegflaschen werden im Flaschenautomaten lediglich gesammelt und später zurück zu den Mineralwasserproduzenten geliefert, wo sie wiederverwertet werden.
Langlebige Trinkflaschen aus Stahl, Glas oder BPA-freiem Kunststoff, die man in Kaufhäusern oder online kaufen kann, kann man immer wieder selbst mit Leitungswasser befüllen und wiederverwenden. Da sie mindestens 5-10 Jahre oder länger halten sind sie ein treuer Wegbegleiter. 

Runde 2: Ressourcennutzung

Erdöl, auch schwarzes Gold genannt, ist nicht nur einer der größten Energielieferanten der Welt, sonder auch ein universeller Rohstoff für Plastik und andere Produkte. Das Problem: die heutigen Erdölreserven reichen noch für 40-50 Jahre, weshalb ein bewusster Umgang mit Erdöl immer wichtiger wird.
Bei der Herstellung einer einzelnen Plastikflaschen werden 1l Erdöl verbraucht. Wenn man bedenkt, dass wir pro Nase 217 Plastikflaschen im Jahr verbrauchen (das sind mehr als 17 Milliarden Plastikflaschen in ganz Deutschland!), ist es keine Frage warum es sich lohnt auf wiederbefüllbare Trinkflaschen umzusteigen.

Runde 3: Transportweg

Auch CO2-technisch hat die langlebige Trinkflasche die Nase vorn. Bei einer langlebigen Trinkflasche In Deutschland gibt es über 500 verschiedene Mineralwässer aus verschiedensten Regionen, die in Pfandflaschen gefüllt und deutschlandweit transportiert und verkauft werden. Das heißt mit jeder einzelnen Pfandflasche die wir kaufen – egal ob Einweg oder Mehrweg – belasten wir die Umwelt durch CO2-Ausstoss, der beim Transport vom Mineralwasserproduzenten zum Supermarkt  verursacht wird. Und auch die leeren Flaschen werden wieder zu einer Recyclinganlage oder den Wasserproduzenten transportiert, wodurch erneut CO2 ausgestoßen wird.
Im Vergleich dazu sind Trinkflaschen die umweltfreundlichere Loesung. Zwar legen auch diese Flaschen einen Transportweg zurück, allerdings ist dieser einmalig da die Reise der Flasche endet sobald sie ihren Besitzer erreicht hat und von diesem immer wieder mit Leitungswasser befüllt wird.

Runde 4: Wasserqualität

Es erscheint logisch, dass das Mineralwasser aus Pfandflaschen besonders gesund ist, da es im Vergleich zum Leitungswasser viel mehr Mineralstoffe enthält. Jedoch ist das ein Trugschluss, da wir die meisten Mineralstoffe sowieso über die Nahrung aufnehmen und daher nicht auf die Nährstoffe im Mineralwasser angewiesen sind.

Ein Problem bei Pfandflaschen ist, dass das Plastik oftmals hormonell wirksame Substanzen und der chemische Weichmacher Bisphenol A (kurz: BPA) enthält, welche in kleinen Mengen ins Wasser abgegeben werden. Zwar haben diese Substanzen keine nachgewiesene konkrete Gesundheitsgefahr zur Folge, trotzdem empfiehlt es sich auf Pfandflaschen aus Glas  zurückzugreifen.

Was die Wasserqualität anbelangt haben BPA-freie Trinkflaschen zum Wiederbefüllen wohl die Nase vorne. Laut Stiftung Warentest ist Leitungswasser meist sogar besser als Mineralwasser, denn es ist das am strengsten und häufigsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Im Gegensatz zu Mineralwasser, das nicht aufbereitet werden darf, wird Leitungswasser aufwendig kontrolliert und gereinigt.

Endergebnis

Alles in allem entlastet man grundsätzlich die Umwelt, wenn man Wasser aus Mehrwegflaschen oder Trinkflaschen zum Wiederbefüllen trinkt, denn so entsteht weniger Plastikabfall. Trotzdem ist der Kauf einer BPA-freien Trinkflasche unterm Strich die umweltfreundlichste Lösung, da auf lange Sicht jede Menge an Verpackung und Transport gespart werden. Somit steigt die langlebige Trinkflasche auf das Siegerpodium unserer “Wasserschlacht”.

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