Selbsttest: Chemiefrei putzen und trotzdem blitzeblank

Ich hab mir das schon lange vorgenommen, und im Rahmen dieses Experiments dann endlich mal gemacht. Reiniger und Waschmittel selber herstellen. Mich hielten immer die Argumente “Alles viel zu aufwendig“  und “Alle Mitbewohner müssen mitmachen sonst bringt es ja eh nichts.“ zurück. Im Nachhinein erkenne ich, dass diese Argumente nur Faulheit waren, nichts anderes. Chemiefrei Putzen ist nämlich tatsächlich absolut einfach. Das einmalige Matschen und brauen in der Küche, liefert dir günstig und grün riesige Mengen an Putz- und Waschmittel. So braucht man sich monatelang nicht um Nachschub zu kümmern.

Warum ich das für wichtig erachte? Unsere Haushaltsprodukte tragen enorm zur Verschmutzung unserer Ozeane bei indem sie Lebensräume zerstören. Viele in Reinigungsmitteln enthaltene Stoffe sind nicht biologisch abbaubar und reichern sich teilweise sogar noch in der Umwelt an. Bleichmittel, Tenside, Säuren und Alkalien sind nicht gerade Naturfreunde, aber wesentlicher Bestandteil herkömmlicher Putzmittel. Das ist aber noch nicht alles, denn die Mittelchen die dir in der Nase und in den Augen kribbeln, meist antibakterielle Reiniger, können beim Einatmen gesundheitsschädlich für unsere Atemwege sein. Andere lösen durch bestimmte Konservierungs- oder Duftstoffe Hautreizungen oder Allergien aus. Aber Schluss mit den Beschwerden, auf zum selber machen. Ich habe beschlossen, Herr zu werden über die Stoffe die ich zum Putzen und Waschen verwende und diese mit umweltschonenden Hausmittelchen zu ersetzen. Im Folgenden beschreibe wir ich das angepackt habe und hoffe einige von euch zum Nacharmen zu inspirieren.


READY, STEADY, SAUBER

Zu aller erst geht es an die Vorbereitungen und ich frage mich, wo ich anfangen soll. Um mir einen Überblick zu verschaffen, mache ich erstmal eine Liste mit Reinigungsmitteln die ich wöchentlich regelmäßig nutze. Das sind Spülmittel, Waschmittel, Toilettenreiniger, Kalkreiniger/Fettlöser und Allesreiniger. Ich kann euch jetzt schon mal verraten, es wurde eine glibberige Angelegenheit. Ein paar Zutaten sind essentiell, andere dahingegen optional. Mit den Zutaten Waschsoda, Haushaltsessig, biologisch hergestellte Kernseife, Zitronensäure und Natron (Baking Soda) kann man so gut wie jedes Putzmittel ersetzen und mit Hilfe von ätherischen Ölen beliebige Düfte hinzufügen. Diese Öle sind verhältnismäßig teuer, aber so intensiv, dass ein paar Tröpfchen ausreichen. Manche dieser Zutaten könnten etwa schwierig zu finden sein, wenn kein Reformhaus in der Nähe ist, jedoch gibt es in Onlineshops genügend Auswahl. Schaut euch einfach mal um. Eine Starthilfe kann auch der Sauberkasten sein der online zu erwerben ist. Hier bekommt ihr in einem Paket die eben genannten 6 Zutaten und zahlreiche Rezepte-Tipps dazu.


Spül- und Waschmittel mit Waschsoda und Kernseife

Da ich momentan keine Spülmaschine besitze und sehr viel spüle, merke ich wie viel Spülmittel dabei drauf geht, mehrmals täglich. Deswegen habe ich mir ein Rezept gesucht und eins gefunden:  Zwei Teelöffel Waschsoda mit 30 Gramm geraspelter Kernseife (ohne Zusätze) und 600 Ml heißem Wasser verrühren, wenn gewünscht ätherisches Öl für den Geruch. Der Geruch bleibt aber beim Spülen, anders als beim Waschen, nicht in den Gegenständen hängen. Zum Glück. Deswegen lasse ich es lieber weg, denn es hat meiner Meinung keinen Mehrwert beim Spülen. Das Gemisch habe ich zur Aufbewahrung in ein großes verschließbares Glas gefüllt und einen Seifenspender damit bestückt. Erstmal hat man das Gefühl es funktioniere nicht, da sich kein Schaum bildet, aber das ist eine Sache der Gewöhnung. Um sehr fettiges zu lösen kann man nochmal nachträglich zur Kernseife (oder reine Olivenseife) greifen und den Schwamm damit gut einseifen.


Beim Waschmittel hat jeder so seine eignen Vorlieben, meist auf Grund des Dufts des Mittels. Viele meiner Freunde benutzen aus Gewohnheit immer dasselbe Waschmittel, da es sich wahrscheinlich bewährt hat und man den Geruch schon zu seinem eigenen gemacht hat. Ich dagegen bin nicht so ein Gewohnheitstier und  bin froh selbstgemachtes Waschmittel endlich ausprobiert zu haben. Es gibt heutzutage eine  große Auswahl ökologischer Waschmittel, allerdings auch zum doppelten Preis. Das kann man eigentlich ganz einfach vermeiden, so dass ich mich nun ärgere, dass ich es nicht schon eher ausprobiert habe. Ungefähr 2 Liter selbstgebrautes Waschmittel, welches ich in den leeren Waschmittel-Kanister gegeben habe, kostete mich nicht mehr als 0,50 Cent. Das Rezept ähnelt dem des Spüli’s, nur in etwas höherer Konzentration: 4 Esslöffel Waschsoda, 30 g geraspelte Kernseife,  2 Liter Wasser optional einige Tropfen ätherisches Öl (zum Beispiel Lavendel oder Eukalyptus, die wirken antibakteriell). Die Zutaten kurz aufkochen und wieder abkühlen lassen. Nach einer Stunde nochmals aufkochen und über Nacht abkühlen lassen. Schon ist das Waschmittel fertig.


Allzweckreiniger aus Essig oder Zitronensäure

Ich habe einen Allesreiniger mit Haushaltsessig und Wasser im Verhältnis 1:2 angemischt (bei Essigessenz ein Verhältnis von 1:4 anwenden). Dieser ist fettlösend und Kalkreinigend zugleich und kann bedenkenlos zur Reinigung auf jeden Gegenstand gesprüht werden. Das herstellen dauerte nicht länger als sage und schreibe 1 Minute. Die Küche wurde Blitzeblank und sogar meine weißen Sneaker sahen aus wie neu. Bei hartnäckigen Flecken zusätzlich etwas Natron oder Waschsoda auf den Schmutz geben und mit einer Bürste Schrubben. Wem der Essiggeruch nicht gefällt (der jedoch schnell verfliegt) der kann wieder zu Duftölen greifen oder verwertet Schalenreste von Zitrusfrüchten die einige Wochen im Essig liegen bleiben können um ihren Duft zu entfalten. Eine Mischung aus Zitronensäure und Wasser ist sogar noch stärker und vor allem für harte Verkalkungen im Bad praktisch. Die Toilette wurde nach kurzer Einwirkzeit blitzeblank und die Kalkflecken in der Dusche nicht mehr sichtbar (nach dem Putzen gut abspülen). Hierfür habe ich knapp zwei Esslöffel der Säure mit 1/2 Liter Wasser vermischt. Die Lösung kann man je nach Bedarf höher oder niedriger konzentrieren. Bei starker Verschmutzung kann man wohl auch Zitronensäure unverdünnt in die Toilette streuen und einige Stunden einwirken lassen bevor man sich mit der Bürste an die Arbeit macht.

Gerüche neutralisieren mit Baking Soda

Bei meinen Nachforschungen im Internet bin ich auch auf einige Tipps zur Anwendung von Natron oder auch Baking Soda gestoßen. Das Puder kann wie Waschsoda zum Putzen verwendet werden, allerdings ist es noch stärker im Aufnehmen von Gerüchen. Das ist zum Beispiel extrem praktisch für müffelnde Schuhe, die eine Nacht mit dem Puder bestreut werden müssen. Ich habe es gleich ausprobiert für unseren ab und zu riechenden Kühlschrank  und den Mülleimer. Ein Schälchen mit Baking Soda im Kühlschrank lässt es tatsächlich angenehmer, beziehungsweise neutral riechen. Etwas Puder auf den Boden des Mülleimers hält diesen trocken und schützt gleichzeitig vor Geruchsbildung.


NICHT NUR FÜR EINE SAUBERE WOHNUNG – SONDERN AUCH FÜR SAUBERE OZEANE

Falls euch das mischen der eigenen Putz- und Waschmittel zu viel Eigeninitiative bedeutet und ihr doch lieber bei vorgefertigten Mitteln bleibt, habe ich noch einen kleinen Tipp: Immer auf das Öko-Gütesigel achten, denn in der Reinigungsmittelindustrie sind die Begriffe „Bio“ und „Öko“ nicht geschützt. Das bedeutet, dass bekannte vermeintliche Öko-Mittelchen nicht so umwelt- und gesundheitsfreundlich sind wie man meint. Belastende Palmölproduktion und Allergien sind nur zwei Beispiele dieser vermeintlich freundlichen Produkte. Das europäische Umweltzeichen sowie der Blaue Engel bestätigen, dass ein Produkt die  Umwelt, sowie den Menschlichen Körper kaum oder nur gering belastet. Also Augen auf beim Einkauf.

Ich bin schon nach dieser einen Woche begeistert von meinen neuen Putzmitteln, vor allem weil ich nicht nur die Wohnung, sondern auch mein Gewissen reinputze. Vielleicht wirkt das ein oder andere chemische Waschmittel doch größere Wunder und der Mr. Proper ist einem (zumindest mir) noch aus Kindertagen sympathisch, was mich aber nicht mehr überzeugt. Wir von Dopper sind nämlich davon überzeugt, dass eine Welt mit sauberen Ozeanen machbar ist und setzen uns dafür ein. Die Dopper Foundation setzt sich weltweit für sauberes Trinkwasser ein. Jede kleine Veränderung im Alltag hilft um dem Ziel sauberen Wassers näher zu kommen. Warum dann nicht einfach mal den Haushalt etwas auf den Kopf stellen und gleichzeitig Geld sparen?

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