SCHLAU VERPACKT = WENIGER PLASTIK

Wir Menschen hinterlassen eine riesige Plastikspur auf unserem Planeten. Das sind keine Neuigkeiten. Plastik ist billig und deshalb überall. Kaum ein Lebensmittel im Supermarkt, das nicht von diesem Material umschlossen ist um die langen Flugstrecken sicher hinter sich zu bringen, oder platzsparend und luftdicht die Regale hütet. Wusstet Ihr, dass gerade mal 9 Prozent unseres bisherig produzierten Plastikmülls recycelt wurde? Der Rest wurde verbrannt oder schwimmt in den Weltmeeren umher.

Doch Verpackungen gibt es nicht umsonst. Sie erfüllen einen Zweck. Also sind wir für euch auf die Suche nach Alternativen zu Plastikverpackungen gegangen. Pflanzenreste, Holzspäne und was ist eigentlich aus diesem Bioplastik geworden?

 

  • Die Zukunft der Holzspäne. Widerstandsfähig wie Plastik und doch biologisch abbaubar, ist das Material des finnischen Start-Ups Sulapac. Bisher kommen die gepressten und (natürlich) geklebten Holzspäne in der Kosmetikbranche als ökologische Verpackungsalternative zum Einsatz. Bald soll auch die Lebensmittelbranche erobert werden und wegwerf-Plastik ersetzen. Letztes Jahr gewannen die Finnen den Green Alley Award für Ihre Innovation. Wir sind begeistert – weiter so!

  • Verpackungen gehören auf den Komposthaufen. Vor allem die aus Pflanzenresten. Die Firma Bio-lutions widmet sich pflanzlichem Abfall aus der Landwirtschaft und macht daraus Fasern die zu Lebensmittelverpackungen verarbeitet werden. Der Deutsche Verpackungspreis wurde den Machern letztes Jahr überreicht. Die zu wasserfesten Verpackungen verarbeiteten Materialien konnten in der Industrie für nichts mehr verwendet werden. Sie eignen sich also beispielsweise nicht als Futtermittel oder Treibstoff. Somit hat das umweltbewusste Start-Up Bio-lutions tatsächlich eine tolle Lösung gefunden. Reste von Kokosnüssen, Ananassträuchern, Reis-und Weizenstroh oder auch Baumwollabfälle werden in winzige Fasern zerteilt und in verschiedene Formen gepresst. Sie bleiben in Form, da die Fasern in Verbindung mit Wasser selbstbindend sind. So können beliebige Verpackungen entstehen.

  • Wie sieht’s eigentlich aus mit Bioplastik? Wer kennt es nicht; das gute Gewissen wenn die Tomatenverpackung plötzlich viel lauter knistert als zuvor, oder wenn auf der Plastiktüte in kleinen Buchstaben Bioplastik steht. Dieses ‚etwas andere’ Plastik sollte einst den Planeten retten, da es angeblich biologisch abbaubar ist. Doch es steht nicht so rosig um das knisternde Gut.  Rohstoffe wie Mais und Kartoffeln, die für dieses Material verarbeitet werden sind zwar nachwachsend,  jedoch wird häufig bei der Herstellung gemogelt, um die Kosten zu senken. Erdöle finden also doch auch hier ihren Weg in das vermeintliche Bio-Produkt.  Was, wenn wir Plastik finden, dass tatsächlich aus 100% nachwachsenden Rohstoffen produziert wurde? Heißt es dann, ab auf den Komposthaufen?  Auch hier sollte man Vorsicht gewähren, denn die Bedingungen unter denen ein solches Plastik vollständig zersetzt werden kann, sind sehr speziell. Die Tüte muss also den weiten Weg in eine industrielle Kompostieranlage finden. Müllsortierungsanlagen sind noch weit davon entfernt erkennen zu können welches Plastik wohin gehört. Es bleibt ein beschwerlicher Weg für das Bioplastik.

 

Angenommen, die Bioplastiktüte schafft es in den industriellen Komposthaufen und wird zu neuen Nährstoffen verarbeitet – wie sieht es überhaupt mit der Herstellung und dem CO2-Ausstoß aus? Die Rohstoffe wachsen zwar nach, doch für die Böden bedeutet das nichts Gutes. Übersäuerung und Überdüngung sind die Folgen. Im Großen und Ganzen können Wissenschaftler ökologisch leider keine Verbesserung feststellen. Doch vor kurzem gelang es Forschern bei der Herstellung von Bioplastik schädliche Stoffe aus dem Bergbau zu verwenden. Was bei der Produktion von Aluminium zurückbleibt, war bislang unverwertbar und sogar problematisch, da es unter keinen Umständen ins Grundwasser gelangen sollte. Für Bioplastik könnte das die Ökobilanz um Einiges aufwerten. Wir sind gespannt wann die ersten Tüten erscheinen.

 

Also vorerst bleibt es dabei: weniger Einwegplastik für eine gesündere Umwelt. Tolle Ansätze von Start-Ups sind da, doch bis dessen Lösungen die Supermärkte erobern, heißt es: Stoffbeutel schnappen und  auf dem lokalen Markt unverpackte Lebensmittel einkaufen. Glasbehälter und Dosen helfen beim sicheren Transport. PET Flaschen sind neben Plastiktüten ein großer Brunnen an Plastikmüll. Mit einer langlebigen Dopper Trinkflasche im Schlepptau kannst du den Durst zwischendurch stillen, ohne Abfall zu produzieren. Dann könnt ihr auch von euch behaupten, dass ihr ein ‚Precycler‘ seid. Beim s.g. ‚Precycling‘ sorgt man nämlich schon im Vorhinein dafür, dass erst gar kein Einwegplastikmüll entsteht. Happy Precycling!

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