NEUE MATERIALIEN, DIE SICH SEHEN LASSEN KÖNNEN

Auf, in eine neue Welt, in der wir mit Algen an den Füßen die Umwelt retten und die Ananas auf dem Rücken auf einmal gar nicht mehr stachelig ist.

In diesem Blog stellen wir dir die neuesten, skurrilen aber umweltfreundlichen Materialien vor, die nicht allzu lange darauf warten wollen die Leder- und Kunststoffnutzung für die Industrie zu revolutionieren. Es wurde lange getüftelt, aber ganz nach dem Cradle-to-Cradle Prinzip so einige faszinierende Alternativen gefunden. Für diejenigen unter euch die mal was Neues ausprobieren wollen, haben wir die spannendsten Erfindungen gesammelt.

Auch schon wieder mit dem neusten Lederjackenmodel geliebäugelt? Ohne Schuldgefühle kannst du  nun den gleichen Leder- Look’n‘Feel aus Blättern und Gemüse kaufen. Wie das gehen soll? So:

  • Nicht nur moderne Lederjacken und Taschen, die spanische Firma Ananas Anam kann auch Schuhe. Aus Ananas? Klar! In Barcelona traut man sich an die Blätter: Ananasblätter sind die optimale Basis für das pflanzliche Leder mit dem Namen Piñatex. Die Designerin spricht sogar über eine Zusammenarbeit mit Puma, Nike, Dior und Prada, die allesamt schon erste Proto-Ananas-Typen entwickeln. Wir sind gespannt!

 

  • Für das Lieblingsgericht von kuscheligen Koalas, wurde nun neben strengen Hustenbonbons, noch eine Verwendung gefunden: aus Eukalyptus-Blättern kann man Garn für Textilien spinnen, sowie lederähnliches Material herstellen. Der Anbau und die Produktion von Eukalyptusprodukten sind frei von Genmanipulation und Pestiziden und benötigen wenig Wasser und Energie. Keine Sorge, Koalas, es bleibt genug für alle da.

 

  • Der Pilz, wer hätte das gedacht,  schafft es auch zum Lederimitat. Er hat besondere Wurzeln, so genannte Myzele, die von einem amerikanischen Unternehmen MycoWorks zu Leder verarbeitet werden indem Sie mit verschiedensten Agrar-Abfallprodukten versetzt werden. Noch gibt es keine Pilzleder-Produkte zu kaufen, aber das Potenzial ist riesig.

 

Schau dich mal um, viele der Produkte, die wir täglichen nutzen, sind aus Kunststoffen hergestellt. Um den Plastikkonsum zu reduzieren, möchten wir folgenden Materialien besondere Aufmerksamkeit und somit eine mögliche Zukunft schenken:

  • Verrückt aber wahr: Ein Schuh aus Algen ist auf dem Markt. Vivobarefoot sorgt nicht nur dafür, dass die Algenplage mancherorts gelöst wird, sondern stellt gleichzeitig ein kompostierbares, nachhaltig produziertes Produkt her, das auch noch Wasser einspart. Genauer gesagt, durch das Entfernen der Algen in Gewässern, wird sauberes Wasser in unserem Ökosystem sichergestellt. Algen reichern sich häufig mit Chemieabfällen an und sondern gefährliche Stoffe für Mensch und Tier ab. Also besser raus aus dem Wasser und rein in den Schuh!

 

  • Ist deine Milch schon wieder sauer geworden? Mach dir doch ein T-Shirt draus! Ganz so einfach ist es zwar nicht, aber tatsächlich gibt es seit der deutschen Erfindung der Qmilk-Milchfaser, wunderbar seidige Tops aus alter und unbrauchbarer Rohmilch. An alle Supermärkte und Milchbauern: Her mit euren Milchresten! Qmilk möchte diese zu Fasern verarbeiten. Die Kleider aus solchen Fasern sind noch recht teuer, aber der unerschöpfliche Rohmilch-Rohstoff, wird die Modeindustrie sicherlich noch aufmischen.

 

  • Schon Mal an eine Zahnbürste aus Bambus gedacht? Klingt wie exotischer Urlaub und ist auch gar nicht abwegig. Bambus eignet sich für so viele Produkte wie zum Beispiel Brillen, Fahrräder, Becher, Besteck, Taschenrechner. Diese, und wahrscheinlich noch mehr, gibt es schon zu kaufen. Die schönen Stangen mit den grünen Blättern wachsen unermüdlich in einem Affenzahn zwischen 1 und 3 Metern pro Tag. Schneller schafft das keiner.

 

  • Liquid Wood, klingt wie ein Bandname, ist aber ein revolutionäres Material. Dieses eigenartige flüssige Holz könnte bald schon für zum Beispiel umweltfreundliches und chemiefreies Spielzeug sorgen. Verholzte Pflanzenteile, gepaart mit Altpapierabfällen, bieten eine tolle Grundlage für ein thermoplastisches (bei Hitze formbares) Material, das für so gut wie alle Alltagsgegenstände genutzt werden kann.

 

  • Dies hat nichts mit Peter Lustig zu tun, aber zu guter Letzt möchten wir euch das Autofahren mit Löwenzahn nahelegen. Seid ihr lieber auf dem Rad unterwegs, noch besser, Kautschuk aus Löwenzahn eignet sich prima für Fahrradreifen. Moment, da war noch was mit Tomaten und Ei. Ah ja genau, noch besser als Löwenzahn-Kautschuk soll nämlich ein neues Gummiprodukt aus einem Gemisch von Eierschalen und Tomaten funktionieren. Es scheint beim Fahren keinen Feinstaub frei zu setzen. Uns gefallen beide Varianten.  

 

Vielleicht werden schon bald all diese Materialien Alltag und wir putzen uns mit Bambus die Zähne, kleiden uns mit Ananas und saurer Milch ein, streifen uns die Algenschuhe über, schwingen uns aufs Löwenzahn-Fahrrad und los geht’s. Das klingt wunderbar!

Noch ist das Vermeiden von Plastik nicht immer möglich (außer Einwegplastik!) und häufig zu kostspielig. Wenn es beim Shopping ein Produkt aus Kunststoff sein soll, achtet darauf dass es 100% recycelbar ist, wie unsere Dopper Mehrwegtrinkflasche. PP und ABS sind praktische Abkürzungen für chemiefreie und komplett recycelbare Kunststoffe, aus denen die Trinkflaschen hergestellt werden. Somit ist  der Dopper BPA-frei!

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