MACH‘S DOCH SELBER! DO-IT-YOURSELF UND DAS MAKER-MOVEMENT

Die Ära des Digitalismus und der Massenproduktion ruft bei vielen ein Verlangen hervor um wieder selbst tätig zu werden. Was bist du? Ein Do-It-Yourselfer oder doch eher ein Maker?
Fragt Ihr euch auch, warum man auf einmal alles selber machen soll und DIY ein solcher Hype geworden ist? Haben wir nicht alle eigentlich keine Zeit übrig ist und ist ein Neukauf im Laden nicht fast immer günstiger? In diesem Artikel klären wir auf, worum es beim DIY und dem Maker-Movement geht und wo eigentlich der Unterschied liegt.

DO-IT-YOURSELF (DIY)

Besorgte Eltern können wieder aufatmen. Ihre Kinder sind nicht mehr hoffnungslos nur den digitalen Medien verfallen, denn die Nähmaschine oder ein Werkzeugkasten stehen wieder häufiger auf dem Wunschzettel. Das Internet und der Drang nach selbst-hergestelltem Individualismus, bilden ein schönes Paar, mit kreativen Ergebnissen. Zahlreiche Internetseiten mit bekannten oder weniger bekannten Youtoubern, bieten Anleitungen für alles das das DIY-er Herz begehrt. Alles bloß eine Art des Ausdrucks der eigenen Persönlichkeit und des guten Willens, egal ob handwerklich begabt oder nicht? Glücklicherweise geht es noch um mehr als nur Selbstverwirklichung und darum einem Trend zu folgen: nämlich um bessere, nachhaltigere und recycelte Dinge herzustellen oder auch einfach nur zu reparieren. Also nichts wie los den Bauplan für dein neues Bett im Internet herunterladen und zu produzieren statt zu konsumieren. Da du wahrscheinlich sehr ins Schwitzen kommen wirst, vergiss nicht bei deinen DIY-Aktivitäten deinen Dopper immer zur Hand zu haben

Weg mit der Wegwerfkultur

  • Aus Alt mach Anders: Beim Upcycling zum Beispiel, (nein es geht nicht darum mit dem Rad einen Berg hoch zu radeln) werden ausrangierte Dinge oder Materialien in etwas Brauchbares und Wertvolles verwandelt. Häufig geht es um Kleidung, Möbel oder Wohnaccessoires. Die Seiten Etsy und Dawanda zeigen mit Ihrer Fülle an Angeboten, wie Beliebt die internationale DIY-Bewegung geworden ist. Hier kann jeder seinen kleinen Webshop einrichten und handgemachte, upgecyclete und personalisierte Produkte verkaufen. Achtung, Suchtgefahr!
  • Fix it: Nicht direkt wegschmeißen sondern reparieren, lautet die Devise für viele heutzutage. Hast du gerade keinen geduldigen, technisch begabten Bekannten in der Nähe der dir zu Hand gehen kann? Macht nichts, denn seit einiger Zeit kannst du mit deinem kaputten Fahrrad, Rasierapparat oder Staubsauger in ein Repair-Café, wo einige handliche Ehrenamtler nur auf dich warten um gegen eine kleine Spende, gemeinsam dein Gerät zu reparieren. Finde hier eins der über 200 Cafés in Deutschland in deiner Nähe.
  • Saubere „Life Hacks“ die auch von deiner Oma kommen könnten: Für einen nachhaltigen Hausputz und um gleichzeitig Geld zu sparen probiere es einfach mal mit selbstgemachtem Waschmittel aus Kastanien oder Efeu, Weichspüler und Fensterreiniger aus Essig, Kalkentferner aus Zitronensaft, Spülmittel und andere Reinigungsmittel aus Kartoffelschalen und Nudelwasser. Mehr dazu findet ihr in unserem Blogpost über Nachhaltigkeit im Alltag.

DER HEIMWERKER WIRD ZUM TÜFTELNDEN ‚MAKER‘

Die Trendwelle der Maker-Bewegung hebt seit einigen Jahren auch in Deutschland DIY auf eine digitale und technische Ebene. Wir haben es hier mit echten Tüftlern und Tüftlerinnen zu tun, die ihr Wissen einsetzen um die Welt ein Stückchen besser zu gestalten. Das hohe Aufkommen weltweiter Messen und Konferenzen (Maker Fair, MakerCon) zu dem Thema zeigt, wie aus den eigenbrötlerischen, heimwerkelnden Erfindern, eine handfeste Bewegung geworden ist: Das Maker Movement.

Technisch versierte Visionäre treffen sich in so genannten Maker-Spaces (Gemeinschaftswerkstätten) und rätseln an Produktlösungen für Probleme, die für unsere Gesellschaft von großem Nutzen sind und gleichzeitig umweltfreundlich. Die Produktion (kleine Mengen, aber dafür maßgeschneidert) von Dingen, kommt wieder in die Städte, und somit wieder näher zum Konsumenten. Wenn du dich also schlau anstellst und heimlich auch ein Technik-Nerd in dir steckt, hast du leichten Zugang zu Maschinen die lange nur zu teurem Fabrik-Interieur gehörten. Jetzt gibt’s günstigere Varianten von 3D-Druckern, Laserschneider, Löt-Öfen etc. in öffentlichen Maker-Spaces, während gleichzeitig eine Masse an Daten und Wissen für alle zur Verfügung steht (Open Source) und stetig wächst. Von Robotern für den Landbau, Honigproduktion in der Stadt, Messstationen für Gewässer, bis hin zu interaktiver Kleidung, personalisierten Lampenschirmen und gesunden Getränkespendern, erschaffen die Maker ständig neue Innovationen.

Bist du auch auf den Geschmack gekommen? Diese Workshops im Berline FabLab bieten dir die Chance zu lernen wofür ein 3D-Drucker alles nützlich sein kann oder simple Dinge mit dem Lasercutter herzustellen. Viel Spaß beim Selbermachen!

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