ESSEN GEHÖRT NICHT IN DEN MÜLL

In Deutschland werden jährlich um die 11 Millionen Tonnen an Lebensmitteln als Abfall entsorgt. Wie kann das sein? In Restaurants werden ständig halbvolle Teller abgeräumt und Großküchenchefs verschätzen sich mit den Mengen. Das lässt sich leider kaum vermeiden. Restaurants und Caterings werfen pro Gast scheinbar über 23 Kilo pro Gast weg. Doch nicht nur Restaurants haben viel Lebensmittel-Müll, vor allem Hersteller und Händler tragen hierzu bei, da viele Lebensmittel für die Industrie als unbrauchbar eingestuft werden. Dafür kann schon allein ein Stau sorgen, wodurch die frische Ware zu lange im LKW liegt und im Anschluss nicht mehr den Standards der Supermärkte entspricht. Bauern haben häufig mit Industrienormen zu kämpfen, denn die Gurke wächst nicht immer so gerade wie die Norm es gerne hätte und kommt manchmal zu lang zu kurz, dreibeinig oder vernarbt daher. Wir haben für euch einige Initiativen mit Retter-Syndrom gesammelt die sich mit viel Einsatz dem ‘nicht-ganz-perfekten‘ Gemüse, sowie den zu viel gekochten Speisen widmen. Mit einem Ziel: Lebensmittelverschwendung zu minimieren.

KRUMM UND SCHIEF ODER VERSCHRUMPELT UND KNUBBELIG

Immer mehr Initiativen erstrahlen im Glanz des Retter-Konzepts:

  • So gibt es zum Beispiel mittlerweile Supermarktkonzepte für Reste in Köln und Berlin die dafür sorgen, dass Partnerschaften mit Herstellern und Bauern geschlossen werden um extravagantes Gemüse oder andere Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten. In Köln funktioniert es nach dem Motto „Zahle, was es dir Wert ist“. Die Berliner von Sirplus sind noch in der Crowdfundingphase und hoffen bald Abgelaufenes, Eingequetschtes, Backwaren vom Vortag oder Eingemachtes an den Mann oder die Frau zu bringen. Auch ein Onlineshop ist geplant.

 

  • Der Food-Truck „Resteküche – Beste Küche“ des Vereins ShoutOutLoud in Frankfurt, geht auf die Straße und plädiert gegen Verschwendung und für leckeres Essen. Aus geretteten Lebensmitteln schaffen die Frankfurter fantastische Gerichte, Sandwiches und Suppen. Das Team ist sich sicher: man muss die Genuss-Karte spielen um Leute für dieses Thema zu mobilisieren und zu begeistern.

 

  • Etepetete finden es albern dass krummes Gemüse im Supermarkt liegenbleibt, wenn es überhaupt bis dahin schafft. Da es genauso schmeckt wie die kerzengraden Variante, wird das spezielle Gemüse vom Münchner Start-Up in einer speziellen Biokiste frisch vom Feld zu deiner Haustür verschickt.

 

  • Von Fallobst-Äpfeln zum Geschäftsmodell. Ein junges Unternehmen in Hamburg hat die Idee realisiert, Obstabfälle von Großmärkten in Smoothies zu verwandeln. Das Ganze nennt sich getreu des Ursprungsmodells „Das Geld hängt an den Bäumen“.

 

  • Restlos genießen mit der Beste-Reste-Box. Die Aktion „Restlos genießen“ entstand aus einer Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und Greentable, einem Portal für Restaurants und Cafés mit nachhaltigen Angeboten. Hier werden individualisierbare, sowie 100% biologisch abbaubare Doggiebags eingesetzt. Auf einer Karte kann man auf einen Blick sehen welche Restaurants die Beste-Reste-Box einsetzen um ungegessenes für dich einzupacken.

 

LEBENSMITTEL-MÜLL VERMEIDEN IM ALLTAG

Als kleiner Helfer für den Alltag funktioniert die App „Zu Gut für die Tonne“ mit einem Lebensmittellexikon mit Infos über Lagerung und Haltbarkeit, sowie einer riesigen Auswahl an Kochideen für Reste.

Make a deal, save a meal: Seit 2016 gibt es die Apps Too Good To Go und MealSaver um der Gastronomie zu helfen, überschüssiges gekochtes Essen los zu werden. Und das ist auch noch super attraktiv für dein Sparkonto. Mehrere hundert Restaurants sind in den Plattformen registriert, verteilt über ganz Deutschland. Auf diesem revolutionären Weg, kann man kurz vor Ladenschluss, für eine Investition zwischen 1 und 4 Euros, eine gerettete Mahlzeit abholen. Kombiniert mit deinem Dopper gefüllt bei einer Wassertankstelle in der Nähe, die du ganz einfach mit dieser Dopper-App findest, kannst du dein gerettetes Abendessen im Park beim Sonnenuntergang genießen.

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