EIN OZEAN AUS PLASTIK

Plastik ist toll, weil es so langlebig ist. Plastik ist furchtbar, weil es so langlebig ist. Plastik vergeht nicht, Plastik zerfällt nur! Alles was je aus Plastik produziert wurde, ist noch da. Wir wollen dir kurz vom sehenswerten Film „A Plastic Ocean“, einer Müll-überschwemmten Insel und unserer großen Hoffnung, dem Ocean Cleanup erzählen. Und warum das alles? Das Meer sichert unsere Existenz, generiert unseren Sauerstoff, reguliert das Klima, bringt Regen und ist das Zu Hause von ca. 80% allen Lebens unserer Erde. Mittlerweile gibt es Orte im Meer, an denen mehr Plastik als Plankton gefunden wurde.


A PLASTIC OCEAN – WE NEED A WAVE OF CHANGE 

Beeindruckend und schockierend: die neue Dokumentation „A Plastic Ocean“ öffnet Augen und präsentiert das Problem unserer Wegwerfkultur deutlicher denn je. Sämtliche Zuschauer-Kinnladen klappen runter während Wissenschaftler und Abenteurer Ihre Entdeckungsreise in die Plastikmeere und dessen Konsequenzen dokumentieren. Imponierende Aufnahmen verstärken die Botschaft und haben unserer Meinung nach die Kraft, viele Zuschauer mitten ins Herz zu treffen.

Nicht nur die dramatischen Folgen, wie die Erstickung unserer Meeresbewohner und die toxischen Stoffe, die in unsere Nahrungskette gelangen, werden dargestellt, sondern auch einige Lösungen von denen ihr eventuell noch gar nicht gehört habt. Wissenschaftler probieren Regierungen dazu zu bringen, Plastik als gefährliches Material zu klassifizieren, so dass Gesetze und Regulierungen gelten können. Das Sozialunternehmen Plastic Bank hat ein kollektives Aufräum-Prinzip erfunden, und es funktioniert: Gemeinden verdienen Geld mit dem gezielten Einsammeln von herumliegendem Plastik, welches von der Plastic Bank recycelt und als „Social Plastic“ verkauft wird. Die US Marine hat eine grüne Technology entwickelt um ihren eigenen Müll auf dem Meer mit einem so genannten Plasmabrenner in harmloses Pulver zu verwandeln. Diese Maschine könnte die Lösung für kleine Inseln im Pazifik sein, die drohen in ihrem eigenen Plastikmüll zu ersticken. Das altbekannte Recyceln von Pfandflaschen (was Deutschland schon seit Jahrzehnten vor macht) sollte weltweit eingeführt werden. Darüber hinaus muss die Industrie dazu gedrängt werden Ihren eigenen Kram zu entsorgen. Wer Einwegprodukte herstellt, sollte auch dafür sorgen, dass diese keinen Schaden anrichten. Ein Vorschlag der Filmemacher für den Alltag: Nimm das Gemüse im Supermarkt aus der Plastikverpackung und lass es dort liegen. Der Supermarkt hat nun die Verantwortung es richtig zu entsorgen.

Freut euch auf einen etwas anderen Filmabend und schaut euch den Film auf Netflix an. Wir hoffen, dass A Plastic Ocean auch schon bald in den deutschen Kinos zu sehen ist.

URLAUB AUF DER MÜLLKIPPE

Träumst du auch von einer unbewohnten Insel im Südpazifik mit schneeweißem Sand und perfekten Palmen? Eine Plastikwelle hat eine dieser Trauminseln erfasst und mit mindestens 17,6 Tonnen Plastik vermüllt. Noch unglaublicher ist, dass diese Menge gerade mal so viel ist, wie weltweit in 2 Sekunden produziert wird. Passend zur Veröffentlichung des Films, haben Wissenschaftler Ihre Funde auf Henderson Island publiziert. Wie groß das Ausmaß des bekannten Müllstrudels im Südpazifik wirklich ist, hat dies nochmal verdeutlicht.

DAS GROSSE OCEAN CLEANUP

Einige sind der Meinung „Lasst das Plastik zu uns kommen“. Das beschreibt verkürzt wie der 22-jährige niederländische Erfinder Boyan Slat mit seinem System Ocean Cleanup vorhat, die Weltmeere von Plastikmüll zu befreien. Er erfand ein Barriere-System, welches  herumtreibendes Plastik und Mikroplastik in riesigen V-förmigen Schirmen auffängt, das von der Strömung dort hinein getrieben wird. Der Müll sammelt sich in einem Behälter im V und wird regelmäßig von Schiffen entleert.  Durch eine verbesserte Technologie und der Hilfe von Zahlreichen Ingenieuren, wird die große Reinigung voraussichtlich schon Anfang 2018 starten und strebt danach, das Gebiet zwischen Hawaii und Kalifornien innerhalb der nächsten 5 Jahre plastikfrei zu filtern. Mit Hilfe einer gigantischen Crowdfunding Kampagne und internationalen Spenden kann die Pilotversion Ende des Jahres getestet werden und das sogar ohne Meeresbewohnern zu schaden. Strömung lässt Tiere unter der Barriere her schlüpfen, wobei Plastik durch Widerstand nach oben, sicher in die Auffangbehälter gedrückt wird. Slat hat vor das eingesammelte Plastik zu recyceln und als Rohmaterial zu verkaufen um sein Vorhaben weiterhin zu finanzieren.

Was für ein fantastischer Erfolg, wenn die Anlage der Ocean Cleanup-Crew funktioniert wie geplant. Wir finden, das Projekt hat so viel Aufmerksamkeit auf die gesamte Problematik gelenkt, dass es sich auch jetzt schon gelohnt hat.   


Neugierig? Wie das bunte Material überhaupt ins Meer gelangt, was damit passiert und was wir selbst dagegen tun können, haben wir in unserem Blogartikel Plastikmüll und seine Folgen für euch zusammengetragen.  

Teilen auf